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Sprüche

Viele von uns mögen das kennen; wir wissen um die Lehrinhalte, haben sie verstanden und auch immer wieder wiederholt. Aber es gibt Zeiten, da gelingt das Eintauchen nicht, wir sind zu unruhig, befinden uns in Aversion, treiben in Banalitäten dahin, sind in Geistesunruhe oder Sorge (vgl. M 36 - Die große Lehrrede an Saccako; die fünf Hemmungen). In solch einem Fall mag es dem einen oder anderen eine Hilfe bedeuten, kurze, prägnante Sätze zur Verfügung stehen zu haben, welche in solchen Zeiten gerade durch ihre Knappheit Wirkung erzielen. In diesem Sinne sollen die untenstehenden Sprüche eine Hilfe sein.
Die Spruchsammlung wird immer wieder, entweder durch neue Sprüche oder auch Kommentare, erweitert werden und daher wachsen.




"...unerschütterlich wie der
Erdball, so soll mein Gemüt bleiben..."

M 21


Unerschütterlichkeit, wie dieses Wort schon klingt. Man könnte auch sagen Unbesiegbarkeit, Untreffbarkeit in Hinblick auf die Gemütshaltung. Wenn wir uns auf die Bedeutung dieser Worte besinnen, dann spüren wir eine große Ruhe, welche über allem steht, was uns sonst ins Wanken bringen kann, was uns sonst beeindruckt und gefährden kann. Stellen wir uns dieses Gleichnis bildlich vor;

"Gleichwie etwa, wenn da ein Mann herkäme, mit
Spaten und Korb versehen, und spräche: 'Ich werde den
Erdball erdlos machen!'" Und er grübe da und dort,
würfe da auf und würfe dort auf, löste da ab
und dort ab: 'Erdlos sollst Du werden, erdlos sollst Du wer-
den.' Könnte wohl dieser Mann den Erdball erdlos machen?-
Gewiß nicht. - Und warum nicht? - Der Erdball ist ja
tief, unermeßlich, den kann man nicht wohl
erdlos machen, soviel Mühe und Plage auch immer
jener Mann haben mag."


Dieser Mann arbeitet und schuftet an dieser Erde, diesem riesigen Erdball. So manches kann an diesem Verändert werden, aber nicht kann er einfach so erdlos gemacht werden, indem alle Erde irgendwo anders hin geschmissen würde. Wer dieses Ziel verfolgt, dessen Mühen und Qualen finden vollkommen ohne Erfolg statt, nicht die kleinste Veränderung in Richtung seines Zieles hat stattgefunden. Betrachten wir das Geschehen aus der Perspektive des Erdballs, so können wir uns leicht vorstellen, wie unbekümmert er den Versuchen des Mannes zusieht und ihm darüber hinaus vielleicht sogar Mitempfinden über die Vergeblichkeit der Mühen aufkommt.
Für den Erdball gibt es nichts zu befürchten, er braucht nichts zu verteidigen und er braucht niemandens Verständnis für seine Situation, braucht keine Hilfe, keinen Zuspruch, keine Unterstützung. Er ist unabhängig von dem, was da versucht wird und muss, im Gegensatz zu dem Mann, keine kleinste Mühe auf sich nehmen. Das ist ein "Siegen" ohne Kämpfen zu müssen, ein Gleichmut, welcher über allen kläglichen Versuchen steht, erschüttern werden zu sollen.
Von diesem Standpunkt aus besitzt er die vollkommene Freiheit, sich ohne Ablenkung dem Heilsamen zuzuwenden, wie gesagt, er kann sogar dem Wesen gegenüber, welches versucht ihm "Schaden" zuzufügen, voller Mitempfinden und Wohlwollen sein. Es werden die sechs Gemütshaltungen genannt, je drei heilsuntaugliche und drei heilstaugliche; Sinnensuchtwollen, Übelwollen, Schädigen aus Rücksichtslosigkeit, Sinnensuchtfreiheit, Wohlwollen und Liebe, Schonen/Erbarmen/Fürsorge/Hilfsbereitschaft. Ist das Gemüt unerschütterlich wie der Erdball, dann ist es auch für den, der die Heilslehre kennt und ihr folgt, unerschütterlich im Fortschreiten und Handeln innerhalb der heilstauglichen Gemütshaltungen.
Stellen wir uns vor, wie dann unser Vorgehen auf dem Achtpfad sein wird; frei von aller gemüthafter Behinderung, ungebremst dadurch und mit großer Konzentration wird es möglich, das ins Auge zu fassen, was für den Nachfolger den eigentlichen, den einzig sinnvollen Weg darstellt.


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BE KIND, FOR EVERYONE YOU MEET IS FIGHTING A HARD BATTLE
-Philo

SEI FREUNDLICH, DENN JEDER DEN DU TRIFFST, KÄMPFT EINEN HARTEN KAMPF

Jeden Tag begegnen wir Menschen, an manchen Tagen mehr, an manchen Tagen weniger. Während dessen tragen wir unsere "eigenen" Gedanken, Gefühle, Wünsche, Hoffnungen, Ängste, Sorgen, Befürchtungen, Pläne und dergleichen mit uns, richten an diesen unser Reden und Handeln aus, versuchen Verluste zu vermeiden und möglichst Positives zu erreichen. Es ist nie wirklich sicher, dass unsere Wünsche sich erfüllen werden, ob nicht irgendetwas dazwischen kommt. Und dies führt zu einem, zumindest unbewussten, großen Unsicherheitsgefühl. Es muss nicht viel passieren, damit unsere Träume und Hoffnungen sich in Luft auflösen, keine Möglichkeit mehr haben, sich zu erfüllen. Bereits kleine Zwischenfälle genügen, um unser "Glück" zu verhindern. Und so groß wie diese Unsicherheit ist, so abhängig sind wir von einem möglichst guten Verlauf.
Wir spüren all diese Dinge, werden von ihnen angetrieben oder gebremst, sind jederzeit von ihnen beeinflusst und darüber hinaus bedrängt. Eine eigene Welt tut sich hier auf, eine Welt neben der sinnlich erfahrbaren, eine Welt, welche die anderen nicht sehen, höchstens minimale äußere Anzeichen für sie erkennen können. Wir kämpfen unseren Kampf um das gewünschte gute Gefühl, straucheln dabei, wissen um die Unsicherheit und um die Möglichkeit des jederzeit stattfinden könnenden Verlustes. Es ist nicht so, dass wir unseren Kampf einfach nach außen darstellen, beschreiben, mitteilen könnten. Kaum einer würde dies als positiv empfinden, für viele Gesprächspartner wären wir vielleicht Pessimisten oder Schwarzseher, würden wir unseren täglichen Kampf beschreiben. Für mache wären wir zu anstrengend, andere würden die Situation vielleicht ausnutzen und im Gesamten kann man vielleicht sagen, dass es schwierig werden würde, würde jeder Mensch seinen Kampf beschreiben wollen. Die Zeit dafür reicht einfach nicht aus. Daher müssen wir diesen Kampf bis zu einem sehr hohen Grad verbergen, müssen uns, wenn wir keine stabile Persönlichkeit sind schützen, so dass der falsche Mensch unsere Schwächen nicht für sein Vorgehen nutzen kann. Und jeder von uns besitzt hier seine ganz eigenen Techniken, sein ganz eigenes Vorgehen.
So laufen wir alle durch unseren Tag und geben nach außen ein ganz anderes Bild von uns ab, denn wir wollen ja in vielen Bereichen von vielen Menschen nicht erkannt werden. Und da wir uns alle in diesem Kampf befinden, freuen wir uns alle über Hilfe und Ermutigung, die von außen, von anderen Wesen uns zukommt. Sie stärkt uns für unser Weiterschreiten, hilft uns, ein wenig stabiler zu sein im relativen Sinne.
Wie groß ist der Unterschied, ob der mir begegnende Mensch mir wohlgesonnen ist oder nicht, ob er mich mitfühlend behandelt und mich unterstützt oder ob er vorwurfsvoll ist und mich bremst, belastet, ob er geduldig mit mir umgeht oder ihm vieles stets zu langsam geht und meine Leistung in Frage stellt, ob er mir Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringt oder Geringschätzung und Ignoranz, Abwertung. Dies verändert meinen ganzen Tag, meine Stabilität, mein Angespannt- oder Entspanntsein, meine Freude oder meine Verdrießlichkeit, meine Hoffnungen, meine Motivation, meine Kreativität für die Lösung der vielen Herausforderungen des Lebens. Und auch ganz so ergeht es dem anderen mit mir. Auch er lebt in seiner inneren Welt, auch er wird beeinflusst, wünscht sich Wohl und Glück, Geborgenheit und Frieden, so wie auch ich mir Wohl und Glück, Geborgenheit und Frieden wünsche. Er muss aus inneren und äußeren Umständen so und nicht anders fühlen und wollen und denken und handeln, ganz ebenso wie auch ich aus inneren und äußeren Gegebenheiten so und nicht anders fühlen und wollen und denken und handeln muss. Seit undenkbaren Zeiten irrt und wandelt er im Samsara durch alle Daseinsformen und Daseinsbereiche, ganz ebenso wie auch ich seit undenkbaren Zeiten im Samsara durch alle Daseinsformen und Daseinsbereiche hindurchwandere und hindurchirre.
So ist es immer ein Gewinn für ihn, eine Wohltat, wenn wir ihm mit Freundlichkeit und Sanftmut entgegentreten und auch unsere Situation entspannt sich dadurch. Dadurch, dass der andere ein klein wenig in seiner Not, in seinem Angespannt- sein entspannt wird, wird er die Situation anders beeinflussen, wird entspannter sein und dadurch werde ich Entspannung und Erleichterung erleben (zweite Folge des Handelns). Und in anderer Hinsicht verstärken wir unser vinnana dahingehend, wieder so zu handeln und bewerten unsere Neigung, wohlwollend zu sein, positiv, verstärken diese um einen kleinen Grad. So wirken wir uns auf lange Sicht eine hellere Zukunft, eine hellere Welt, eine hellere Sphäre.


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We're all in the
same game; Just
different levels.
Dealing with the
same hell; just
different devils.

Wir alle befinden uns
im selben Spiel; Nur
in verschiedenen Leveln.
Haben zu tun mit der
selben Hölle; nur
mit verschiedenen Teufeln.

Verfasser unbekannt

Dieser Spruch bezieht sich, wollen wir ihn entsprechend der Lehre betrachten, auf der Erlebnisebene. Die Aussage hierin lässt vermuten, dass mit der Hölle nicht nur der untermenschliche Bereich gemeint sein soll, sondern der gesamte Samsara; das ist das Spiel, von welchem in der jeweils zweiten Zeile gesprochen wird, ein sinnloses Auf-und-Ab, welches kein Ziel und keine wirkliche Richtung weiß. Wenn wir alle, und das heißt ja alle Wesen, gemeint sind, dann schließt dies auch alle Götter mit ein. Warum auch die höchsten Himmel, sollte der Erfahrer kein Stromeingetretener sein, in gewisser Hinsicht als Hölle bezeichnet werden können, kann sich an der Tatsachte verdeutlichen, dass jeder noch so hohe und erhabene Himmel nur ein kürzerer oder längerer Weg ist zur schmerzhaftesten und dunkelsten Hölle. Er kann also als eine Vorstufe der Hölle betrachtet werden, ein täuschender Daseinszustand, welcher doch nur dazu beiträgt, sollte er nicht durchschaut sein, innerhalb des Samsara eine heile Situation vorzutäuschen.
Die Teufel in diesen Höllen können unterschiedlich interpretiert werden. Da es nur einen Maro gibt, kann der Plural des Teufels nicht auf ihn bezogen sein. Womit wir jedoch alle, ob in den tiefsten Höllen oder in den höchsten Himmeln, umgehen müssen, ist das heilstaugliche oder das heilsuntaugliche Denken, Reden und Handeln, und zwar als Folge der rechten oder der falschen Ansicht. Hier gibt es die triebhörige Ansicht, welche das als richtig und gut darstellt und unser vinnana darauf programmiert, was den Neigungen wohl tut und das den Tendenzen Wehtuende als falsch und schlecht bewertet. Dies geschieht daher, dass das Gefühl hier maßgeblich beteiligt ist. Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie wirklich sind, nüchtern und ohne eigene Teilnahme, sondern sind zutiefst in unserem Urteil beeinflusst. Das Gefühl ist zunächst nicht dazu imstande uns zu sagen, ob eine Sache wirklich heilsam ist oder heilsuntauglich ist, das Gefühl sagt nichts aus über die wahre Qualität einer Situation. Es ist einzig die Resonanz einer so und so gerichteten Tendenz.
So können wir, wenn uns dies als stimmig erscheint, den Teufel in der falschen Ansicht, im falschen Maßstab erkennen, welcher uns zusätzlich lockt und sich verstärkt dadurch, dass er die überzeugende Unterstützung der Gefühle erhält.
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Tausend Gründe
sich zu grämen,
tausend Gründe
sich zu bangen,
nehmen Tag für Tag
den Toren,
nicht
den weisen Mann
gefangen.
HITOPADESA v. NARAYANA

Warum dies so ist, kann der Kenner der Lehre leicht nachvollziehen; Nur der Unkundige, der über die Daseinszusammenhänge Unbelehrte, fühlt sich dem Dasein ausgeliefert, muss das Schaffsal als Schicksal nehmen, erkennt nicht wie in A V,57 beschrieben, dass sein Wirken sein Anhalt ist. Ein solcher sieht sich ohnmächtig dem Werdesein gegenübergestellt, ist zornig weil jenes ihn trifft, ist besorgt, weil er nicht weiß was kommt.


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Deine Sorgen nehmen Dir nicht
die Probleme von Morgen,
sie nehmen Dir die schönen Momente
von Heute
Verfasser unbekannt

Hier erinnern wir uns an die 36. Gruppe der Grupperten Sammlung, Nr. 6, in welcher der Erhabene das Gleichnis von den zwei Pfeilen ausspricht, ausführlicher besprochen in WW 2010, 56.Jg. 5/6. Da geht es zum einen um den ersten Pfeil, das unmittelbar uns treffende Ereignis wie z.B. Verluste. Diese empfinden wir als schmerzhaft und auch dem erfahrenen Heilsgänger tun diese weh. Jedoch das darüber Nachdenken, das immer-wieder-Hochholen, das ist der zweite Pfeil, mit welchem wir uns unnötigerweise doppelt und dreifach Schmerz zufügen - dies ist der zweite Pfeil, welcher auch bereits in Hinsicht auf (möglicherweise)kommende Dinge schmerzen kann. Ein gutes Beispiel hierfür sind Sorgen in Hinblick auf eine künftige Entwicklung oder Situation. Dieser zweite Pfeil ist hier gemeint; er nimmt uns die schönen Momente von heute, wird jedoch die Probleme, welche doch auf uns zukommen werden, nicht verhindern.
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Du brauchst nicht immer
einen Plan.
Manchmal reicht es zu atmen,
zu vertrauen,
den Dingen ihren Lauf zu lassen
und zu beobachten,
was passiert.
Verfasser unbekannt

Der Erwachte sagt, dass es von Bedeutung ist, verantwortungsbewusst zu denken, zu reden und zu handeln. Hierzu empfiehlt er beispielsweise und unter anderem den Leuten von Veludvāra (S 55,7), die uns bekannten Tugenregeln (sila) einzuhalten und darüber hinaus den Feiertag zu Voll-, Halb-, und Neumond (Uposatha). Aber auch hier empfiehlt er keine sofortige und vollkommene Tugendeinhaltung, sondern empfiehlt ein immer tieferes Hineinwachsen durch entsprechende Übung. Hieran können wir erkennen, dass diese Empfehlung nicht flächendeckend und für alle Fragen uneingeschränkt gilt. In bestimmten Fällen empfiehlt er auch das Zurücktreten, das Loslassen (cāga). Ein Beispiel hierfür finden wir in der Rede M 87 - Was aus Liebem kommt; tugendhaftes Handeln allein im Bezug auf die genannte Problematik wäre nicht zielführend, hier geht es primär um die Strategie des Lassens und Erkennens. So kann es sinnvoll sein, loszulassen, zu lassen, den Dingen ihren Lauf zu lassen und dann zu beobachten, was passiert. Dies ist vor allem dann hilfreich und sehr entspannend, wenn es sowieso nicht in unserer Macht steht, etwas zu bewirken.
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Du löst einfach das Problem.
Und dann das nächste.
Und dann das nächste.
Bis Du alle Probleme gelöst hast.
Matt Damon

Der Erwachte hat uns Schrittfolgen und Reihenfolgen genannt, nach welchen wir vorgehen können, ganz im Vordergrund steht hierbei der Achtgliedrige Heilsweg (atthangika-magga). Das erste Problem ist die Ansicht, welche bei uns sehr oft falsch ist. Da beginnt es mit der wahnhaften rechten Anschauung, welche auch Jesus erläutert hat und da setzt sich fort die wahnlose rechte Anschauung, welche nur ein vollkommen Erwachter lehren kann. So wie der Morgenröte zwangsläufig der helle Tag folgt, so folgt der rechten Anschauung zwangsläufig die Verwirklichung des Nibbana. Der rechten Anschauung folgt die rechte Gemütsverfassung, hiernach kommt die rechte Rede, das rechte Handeln usw. So lösen wir zunächst das erste Problem, dann das nächste und so fort, bis alle Probleme gelöst sind - restlos alle.
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Richte Deinen Fokus darauf,
Dich selbst zu lieben.
Das ist nicht egoistisch.
Das ist das schönste Geschenk
welches Du Den Menschen
in Deinem Leben
machen kannst.
Lars Amend

Dies klingt einleuchtend; Unser Metta ist unvollständig, wenn es uns selbst nicht miteinbezieht. Und da "wir" derjenige sind, welcher uns den ganzen Tag begleitet, da wir unsere ständigen inneren Kommentatoren sind, so wird hier die Einstellung gegenüber Fehlern, Misserfolgen etc. sichtbar. Dort wo wir hart mit uns selbst sind, sind wir es auch mit anderen; wenn wir z.B. Fehler als etwas Verachtenswertes empfinden, dann letztlich nicht nur bei uns. Wenn wir nicht die Fähigkeit besitzen, mit unseren eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten liebevoll, freundschaftlich, fördernd und im wahrhaftigen Sinne wohlwollend umzugehen, dann steht uns diese Fähigkeit auch nicht im Umgang mit anderen zur Verfügung. Dazu kommt die ständige Ablehnung der eigenen Person und die zwangsläufige Unzufriedenheit, welche uns zu keinem angenehmen Zeitgenossen machen - je weniger wir uns wohlwollend lieben - nicht gemeint ist hier das Selbstverliebtsein - um so weniger können wir Liebe in unser Umfeld ausstrahlen, höchstens Begehren.
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Wenn eine andere Person Dir Leiden zufügt,
ist dies, weil sie selbst tief im Leiden steckt.
Diese Person braucht keine Bestrafung
Sie braucht Hilfe.
Thich Naht Hanh

Wir wissen aus der Belehrung des Buddha, dass die Zufriedenheit und das Glücklichsein eines Wesens vor allem, wenn nicht sogar ausschließlich, bedingt ist durch die eigene innere Helle und Freude, das heißt duch die Reinheit des eigenen Herzens. Ein Wesen, welches so verweilt, hat das Herz von Unreinheiten wie Zorn, Neid, Verlangen und dergleichen in deutlichem Maße gereinigt, die Sandkörner aus dem Goldsand bereits begonnen erfolgreich zu entfernen. Ein solches Wesen ist unabhängiger geworden von äußeren Gegebenheiten und daher bei weitem weniger treffbar als zuvor. Wenn uns nun ein Wesen Leid zufügt, dann muss dies aus einer dunklen Verfassung heraus geschehen sein, zum Beispiel aus einer dunklen Gemütshaltung heraus (Sinnenlust, Übelwollen, schädigen aus Rücksichtslosigkeit) und/oder aufgrund einer seiner Herzenstrübungen. Das heißt, dass der eigentliche Ursprung dieser leidzufügenden Handlung im Leid des Wesens zu finden ist, welches in dieser Weise übel handelte. Hier wird ersichtlich, dass dieses Wesen Hilfe braucht, um beruhigt zu werden, um darüber hinaus möglicherweise den richtigen Weg gezeigt zu bekommen.
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Was ein innerlicher Mensch tut,
das wirkt bedeutend mehr,
als was ein Betriebsmensch
durch einen ganzen Wulst
von Arbeiten fertig bringt.
Josef Kenternich

Wenn wir bedenken, dass die innerliche Arbeit am Wurzelgrund aller Erscheinungen ansetzt, an den Trieben des Herzens (die Triebe sind die Erscheinungsmacher, Wahrnehmung ist die Projektion des Herzens), dann verstehen wir, dass es diese Arbeit ist, welche die ganze Welt zu verändern fähig ist. Ein Betriebsmensch versucht, an der Welt, an der "Fatamorgana" zu wirken, zu verändern; dass dies nur in sehr geringem Ausmaß und noch tiefer geblickt überhaupt nicht gelingt, haben wir durch die Lehre des Erwachten verstanden. Wer die Welt ändern will, verdirbt sie, wer sie halten will, verliert sie. Somit steht die weltverändernde Tätigkeit des innerlichen Menschen der völligen Unwirksamkeit des Betriebsmenschen gegenüber - und wirkt daher bedeutend mehr.
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Nichts Außergewöhnliches soll in mir sein
abgesehen von der Art und Weise,
die gewühnlichen Dinge zu tun.
Johannes XXIII

Diese Aussage bezieht sich einerseits auf Bescheidenheit und Demut, die Erkenntnis darüber, dass das Ich nicht vergrößert, hochgehalten, bewundert werden soll; das Ich ist die Wurzel zahlreicher Probleme. Andererseits bezieht sie sich auf die Art und Weise, wie die gewöhnlichen Dinge, also beinahe alles im Alltag, getan werden soll; auf eine außergewöhnliche Weise (im positiven Sinne). Mit dieser Art und Weise wird die Gesinnung angesprochen, wie zum Beispiel, die Sinnensuchtfreiheit, Wohlwollen, Liebe, Schonen, Erbarmen, Hilfsbereitschaft, Fürsorge (die drei heilsamen Gemütshaltungen). Darüber hinaus können hier noch helle Eigenschaften vorhanden sein wie Mitfreude, Sanftmut, Gönnen, Dankbarkeit etc. In einem solchen Geiste die alltäglichen Dinge zu verrichten, in solch einer Gesinnung mit den Mitwesen im Kontakt zu sein, sich dies zur Gewohnheit zu machen (die gewöhnlichen Dinge), dies führt zu wahrhaft Höherem, führt zu wahrem Wohl. Dass eine solche Gewohnheit zur Folge hat, dass auch die ungewöhnlichen Dinge, die großen Dinge, auf eine heilstaugliche Weise verrichtet werden, versteht sich von selbst.
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Aktzeptiere es.
Es ist nicht Resignation, doch nichts lässt Dich
so viel Energie verlieren, wie die Diskussion und der Kampf
gegen eine Situation, die Du nicht ändern kannst.
Dalai Lama

Hier kann die rechte Ansicht in den Vordergrund gestellt werden; Verstehen wir zum Beispiel nicht, dass die Dinge vergänglich sind, sich immerzu wandeln, unbeständig, wandelbar, anderswerdend sind, dann werden wir mit eben diesen Erscheinungen falsch verfahren, werden unmöglich zu erreichende Ziele verfolgen, werden mit Verständigen darüber im Hader sein. Aber weil sich die Wahrheit nun einmal nicht nach uns richtet - und sei es, dass wir von unserer Vorstellung überzeugt sind - werden wir bei einer unabänderbaren Sache alle Energie welche wir in ihre Änderung investieren, vollkommen verlieren. Daher ist es nicht Resignation, wenn wir dies erkennen und unsere bisherige Handlugsweise beenden; es ist Fortschritt.
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Es geht um Liebe
Es geht um Mitgefühl
Es geht um Freundlichkeit und Vertrauen
Das hat nichts mit Glück zu tun.
Du bekommst, was Du gibst -
also tu Gutes
studio mela

Paul Debes korrigiert in seinen Texten und Vorträgen immer wieder das Wort Schicksal und ersetzt es durch "Schaffsal". Hiermit nimmt er Bezug auf die zweite der wahnhaften rechten Anschauungen, dass der Täter alle seine Taten erntet, die guten wie die üblen. Auch können wir uns hier an die fünfte der fünf Lebenstatsachen erinnern; Ich bin meines Wirkens Eigentum, meines Wirkens Erbe, meines Wirkens Kind, bin an mein Wirken gebunden. Mein Wirken ist mein Anhalt, mein Wirken werde ich ernten, mein gutes Wirken, wie mein schlechtes Wirken (A V,57- Fünf Betrachtungen für jeden Menschen). Somit kann ebenfalls nicht von Glück gesprochen werden, sondern ausschließlich von einst Gewirktem, von "in Erscheinung tretendem Wirken".
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Wie Menschen Dich behandeln ist ihr Karma,
wie Du sie behandelst, Deines.
Buddha

Wir meinen oftmals, dass unsere Reaktion auf etwas die Folge hiervon sei. In einem gewissen Sinne haben wir damit auch Recht, aber dies betrifft die zweite Folge des Wirkens unseres Gegenübers (vgl. Mexi, S. 277 ff). Unsere vermeintliche Reaktion ist tatsächlich Aktion, also Ursache und damit Wirkung, Er-schaffendes. Die Wirkungen welche von unserer Handlung ausgehen sind es, welche uns in diesem und/oder einem der folgenden Leben treffen werden, sei es im Guten oder im Üblen.
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Siehe nicht auf die Uhr.
Mache das, was sie macht:
Mache immer weiter
livevestinside

Was hier indirekt angesprochen wird, ist eine der 40 heilsamen Eigenschaften; Geduld (...Geduld ist höchste Buße, Dauertugend...). Auf die Uhr zu schauen bedeutet in diesem Sinne, auf das Ende zu lugen, sich das Ende (z.B. der Arbeitszeit) herbeizusehnen. Geduld hingegen bedeutet, nicht heute und nicht morgen zu rechnen, überhaupt keine Zeit zu rechnen, sondern hier und jetzt glücklich zu sein. Und auch die Aussage PD's passt zu diesem Spruch; "Weitermachen!"
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Vergebe ihnen,
auch wenn es ihnen nicht Leid tut.
Verfasser unbekannt

Vergeben ist das "Gegenmittel" gegen die vierte Herzenstrübung, das Nachtragen. Allein hierin kann bereits erkannt werden, von welcher Wichtigkeit das Vergeben für das Voranschreiten auf dem Heilsweg ist. So sagte auch Richard Fedor Leopold Dehmel "Gib und vergib von Herzen gern, das ist des Glückes Keim und Kern." Sicherlich auch aus dem Grund, weil uns das Vergeben allein von der Last befreit, welche wir duch das Nachtragen mit uns herumschleppen und welche uns und anderen das Lebensgefühl so sehr verdunkelt. Auch können wir hier Bezug nehmen auf das Gleichnis mit den zwei Pfeilen (S.36.6); der zweite Pfeil, welcher ebenso und noch viel mehr schmerzen kann als der erste, steht unter anderem für die immer wieder aufkommende Erinnerung an eine zugefügte Verletzung, welche wir dadurch immer wieder durchleiden müssen. Und auch Seneca sagte dazu: "Wir leiden mehr in der Vorstellung als in der Wirklichkeit." So geht es beim Verzeihen nicht primär darum, dem anderen das Leben zu erleichtern (auch wenn dies ein weiterer positiver Effekt ist), sondern uns selbst von der schweren Last des Nachtragens zu befreien.
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Am Ende wird alles gut.
Wenn es nicht gut wird,
ist es noch nicht das Ende
Oscal Wilde

Für den Lehrnachfolger der Lehre des Erhabenen ist beinahe selbstredend, was hiermit gemeint ist; "Das Ungeschaffene, das Ende, das Unbeeinflussbare und Einflusslose, die Wahrheit, das Sichere Ufer..."(S 43, 12-44). Aber auch wenn wir im Sinne der Lehre noch einmal genauer hinschauen, kann die leicht dogmenhaft klingende Aussage konkret gemacht werden: Es kann ja doch nur ein Ende von etwas geben, was entstanden ist, denn das, was niemals entstand, "gibt" es nicht, kann also auch nicht zu einem Ende kommen, wobei hiermit das "Das Ende der Welt" gemeint ist, welches im Sinne der Psychenlehre des Erwachten begriffen sein soll. Es stellt sich die Frage, am Ende von was denn alles gut werden soll und wir können antworten; am Ende von allem Leid, also; am Ende der fünf Zusammenhäufungen, deren restloser Aufhebung. Sollte das Leiden noch nicht gänzlich überwunden sein, so ist das Nibbana noch nicht erreicht, so ist dies also noch nicht das Ende des Leidens.
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Verhalte Dich so,
als ob das was Du tust,
einen Unterschied machen würde -
es macht einen.
William James

Wir wissen, dass jede Tat im Denken, Reden und Handeln eine Konsequenz nach sich zieht, eben in unsere Vergangenheit - unsere Zukunft - hineinwirkt, sei sie noch so klein und unscheinbar. Währe den Anfängen, sagt man und ist sich bewusst, dass jeder Alkoholiker mit einem ersten Tropfen begonnen hat, dass jeder Sandkorn auf der Waagschale das Gewichtsverhältnis ändert bis zum Umschwung der Waage. Und gerade auch das, was wir schnell als das am wenigsten Wirkende bezeichnen, unsere Gedanken, bewirken diese Unterschiede, welche später die Welt verändern. Die "Sandkörner" sammeln sich:

"Das Üble unterschätze nicht:
Davon kommt doch nichts nach für mich'.
Wie steter Tropfen füllt den Krug,
so füllt der Tor sei Wesen aus,
wenn nach und nach er Übles tut,
wenig zu wenig sammelnd an.

Das Gute unterschätze nicht;
Davon kommt doch nichts nach für mich'.
Wie steter Tropfen füllt den Krug,
so füllt des Weisen Wesen sich,
wenn nach und nach er Gutes tut,
wenig zu wenig sammelnd an." (Dh 121-122)

Im Auftrag zu Heilen,
müssen wir als erstes vergeben.
Und manchmal sind die Person
welcher wir vergeben müssen
wir selbst
Mila Bron

Es ist hier wieder angesprochen das Begegnungsleben, der Umgang mit anderen Wesen, aber auch mit uns selbst. Es heißt, dass jemand, der zu sich selbst nicht gut ist, auch zu anderen nicht wirklich gut sein kann. Wie ist das zu verstehen? Das Wesen, mit welchem wir den gesamten Tag verbringen, jede Sekunde unseres bewussten Daseins, sind wir selbst. Wir erleben uns in allen möglichen Situationen, den innneren und den äußeren und nehmen dazu Stellung, beurteilen und verurteilen "uns". Dort, wo es uns nicht gelingt mit uns selbst nachsichtig und liebevoll umzugehen, dort wo wir ein Verhalten bei uns selbst verurteilen, dort verurteilen wir es auch bei dem anderen und sei es, dass wir es eine Zeit lang zurückhalten. Auch wenn wir dem Gegenüber einen nachsichtigen und liebevollen Charakter vorspielen können, ist er doch nur vorgespielt und dieses Spiel hält nur so lange an, als unsere Belastungsgrenze nicht erreicht ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch sich selbst - und gerade sich selbst - einzuschließen in den Prozess des Vergebens und der Nachsicht.


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